Category Archives: In der Zeit

Meine Sammlung von ‘ausgeschnittenen’ Artikeln aus der Wochenzeitung ‘Die Zeit’

“Was Maaßen getan hat, wird mit und ohne Maaßen weiterwirken. “

Die Zeit:

AfD erhielt vorab Informationen aus Verfassungsschutzbericht. “Hans-Georg Maaßen soll einem Abgeordneten Zahlen aus dem unveröffentlichten Report genannt haben. Unüblich ist das nicht. Die Grünen beklagen eine Ungleichbehandlung.”

“Maaßen wird seit Wochen kritisiert, er grenze sich nicht klar genug von Rechtspopulisten ab und agiere politisch. Jüngster Anlass waren seine Interviewäußerungen zu einem Video über einen Vorfall in Chemnitz, bei der Rechtsradikale nach einem Streit um eine Sachbeschädigung einen Afghanen angegriffen hatten. “

SPD fordert die Kanzlerin zur Entlassung Maaßens auf. “Für die SPD ist der Verbleib von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen in seinem Amt untragbar. Die Parteispitze fordert: “Merkel muss jetzt handeln.””

“Die SPD-Spitze fordert von Kanzlerin Angela Merkel, dass sie für die Ablösung von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sorgt. “Für die SPD-Parteiführung ist völlig klar, dass Maaßen gehen muss. Merkel muss jetzt handeln”, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil mit Blick auf dessen Äußerungen zu ausländerfeindlichen Vorfällen in Chemnitz. “

Angriff von oben. “Egal ob er geht oder bleibt: Hans-Georg Maaßen hat die Demokratie geschwächt. Auch er verstopft mit seinen Halbwahrheiten und Ablenkungen den öffentlichen Diskurs.” Ein Kommentar von Markus Horeld.

“Man kann jetzt den Rücktritt von Maaßen fordern. Der Schaden an der Demokratie aber ist längst angerichtet. Was Maaßen getan hat, wird mit und ohne Maaßen weiterwirken.”

Church ‘failure’ in abuse scandal

Deutsche Welle: Thousands of sex abuse cases in German Catholic Church – report. “More than half of the victims were younger than 13 and predominantly male. The study’s findings were based on documented cases that occurred over more than six decades.”

Deutsche Welle: Jahrzehntelanger sexueller Missbrauch in Bistümern. “1670 Priester haben 3677 minderjährige, meist Jungen, im Zeitraum von 1946 bis 2014 vergewaltigt oder missbraucht. Laut einer Studie vernichteten Bistümer viele Beweise. Die Dunkelziffer liegt wohl höher.”

“Mehr als die Hälfte der Opfer war demnach zum Tatzeitpunkt maximal 13 Jahre alt. In etwa jedem sechsten Fall kam es zu unterschiedlichen Formen der Vergewaltigung.
[…]
Für die Aufarbeitungsstudie wurden mehr als 38.000 Personal- und Handakten aus 27 deutschen Diözesen untersucht und ausgewertet. Diese Zahlen würden als konservative Annahme betrachtet, man müsse wohl von einer hohen Dunkelziffer ausgehen, heißt es in den Medienberichten.

Das der DBK vorliegende Datenmaterial war nämlich nur lückenhaft. So sind nach Informationen der Katholischen Kirche Akten über den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen vernichtet worden, berichtet “Die Zeit”. In der Untersuchung heißt es demnach: “In einigen Fällen fanden sich eindeutige Hinweise auf Aktenmanipulation.””

Zeit online: Sexueller Missbrauch: Das Ausmaß des Verbrechens. “Über vier Jahre lang haben die deutschen Bischöfe sexuelle Gewalt in der Kirche systematisch erforschen lassen. Wir veröffentlichen erste Ergebnisse der Studie.” Von Evelyn Finger und Veronika Völlinger.

” Zum ersten Mal gesteht die katholische Kirche in Deutschland ein, was sie erst jahrelang vertuscht und dann weiter beschönigt hat. Zum ersten Mal ließ sie den Kindesmissbrauch in ihren eigenen Reihen flächendeckend untersuchen. Die Ergebnisse der Untersuchung liegen der ZEIT exklusiv vor. Sie zeigen: 1670 Kleriker wurden zwischen 1946 und 2014 als Missbrauchsbeschuldigte innerhalb ihrer Kirche aktenkundig. 3677 Kinder und Jugendliche wurden nach Lage der Akten mutmaßlich zu Opfern. 4,4 Prozent aller Kleriker sollen im genannten Zeitraum Minderjährige sexuell missbraucht haben. “Diese Zahl stellt eine untere Schätzgröße dar”, heißt es in einer offiziellen Zusammenfassung der Studie. “

“Das Lehrerzimmer wird zum Leererzimmer.”

Die Zeit: Im Leererzimmer. So kann es nicht weitergehen: Deutschland braucht viel mehr Pädagogen, als man sich heute vorstellen kann.” Ein Kommentar von Manuel J. Hartung.

“Zwischen Euphorie und Ernüchterung liegen oft nur wenige Tage. Erst feiern Hunderttausende Erstklässler in ganz Deutschland ihre Einschulung, sie zelebrieren den Anfang, den Aufbruch, die Neugier. Dann beginnt der Unterricht in Schulen, in denen Stunden ausfallen, Quereinsteiger ohne pädagogische Ausbildung vor der Tafel stehen oder aber Studenten aus dem Sofortprogramm “Unterrichten statt Kellnern” plötzlich Deutsch oder Sachkunde servieren.

“Einen derart dramatischen Lehrermangel hatten wir seit drei Jahrzehnten nicht mehr”, sagt der Präsident des Lehrerverbands. Die Chefin der Gewerkschaft GEW spricht gar von “Bildungsnotstand”.”

Deutsche Welle: Dringend Lehrer gesucht! “Deutschen Schulen fehlen insgesamt fast 40.000 Lehrer, sagt der Deutsche Lehrerverband. Nun sollen verstärkt Menschen Lehrer werden, die ihre Karrieren in einem anderen Bereich begonnen haben. Wie realistisch ist das?”

“”Einen derart dramatischen Lehrermangel hatten wir in Deutschland seit drei Jahrzehnten nicht mehr“, klagt Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL). “Insgesamt fehlen 40.000 Lehrer“. Volker Kauder, Fraktionsvorsitzender der Union, pflichtet ihm bei: “Der Beginn des Schuljahres in vielen Bundesländern hat gezeigt, dass unser Land in Gefahr ist, langsam in einen Bildungsnotstand hineinzulaufen“. Das Problem ist das Ergebnis vieler Faktoren: Ein Anstieg der Geburtenrate, ein großer Zuzug von Flüchtlingen, eine ganze Generation an pensionierten Lehrern, ein Mangel an Bildungsinvestitionen und hohe Hürden bei der Zulassung zu Lehramtsstudiengängen.”

Wozu es die Stiko gibt

Die Zeit: Die Wissenschaft weiß es besser! “Bücher wie “Eingeimpft” erwecken den Eindruck, jeder könne Impfexperte sein. Das ist nicht nur Unsinn, sondern führt auch in eine Welt, in der Fakten nichts mehr gelten.” Ein Kommentar von Jakob Simmank.

“Aktuelles Beispiel aus Deutschland: das Thema Impfen. Hier werden vehement eigene Meinungen vertreten, inklusive vermeintlichem Insiderwissen und fragwürdigen Quellen. Diese werden hier bewusst nicht explizit genannt, weil wissenschaftlich erwiesen ist, dass die Mythen dadurch eher gestärkt werden. Anlass für die erneute Debatte ist das Buch Eingeimpft, in dem der Filmemacher David Sieveking sich in pseudoaufklärerischer Manier daranmacht, zu verstehen, welche Impfung für seine Kinder denn nun gut sind und welche nicht. Er reist um die Welt, spricht mit verschiedenen Experten und entwickelt am Ende seinen ganz persönlichen “Impfplan”.

Was vorbildlich klingt, ist äußerst problematisch. Denn es gibt bereits einen Impfplan. Er ist das Produkt langjähriger, intensiver, objektiver Auswertungen der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts. In ihr sitzen 18 Expertinnen und Experten, elf davon Professoren, die sich seit Jahren mit Impfungen auseinandersetzen. Sie prüfen, ob es eine Impfung gegen einen bestimmten Erreger braucht, stellen alle brauchbaren Studien zusammen – oft Dutzende mit Hunderttausenden Probanden – und analysieren diese. Im Zweifelsfall lassen sie aufwendige Modellierungen anfertigen und bewerten diese. Nur die Impfungen, die sinnvoll, das heißt wirksam und sicher sowie wirklich notwendig sind, werden empfohlen. Wenn ein Stiko-Mitglied selbst an der Entwicklung eines Impfstoffes beteiligt war, darf es übrigens nicht abstimmen.”

Diesen Link und weitere habe ich übrigens beim Kinderdok gefunden, der eine Presseschau zum gleichnamigen Film zusammengestellt hat. Noch mehr Informationen findet man auf der Seite Eingeimpft.

Wie der Kinderdok bin ich übrigens der Meinung, dass man sich getrost auf die Empfehlungen der Stiko verlassen sollte und sich und seine Kinder gemäß derselben impfen lassen sollte. Viel zu häufig ist die Entscheidung nur durch den Blick auf sich und seine Familie geprägt – aber was geschieht, wenn der Herdenschutz außen vor gelassen wird, sieht man traurigerweise z. B. in den USA. Noch vor kurzer Zeit galten die Masern als fast ausgerottet, aber jetzt haben sie dort und auch hier in Deutschland offenbar ein Comeback.

Und wo ich gerade dabei bin, mich über pseudowissenschaftliche Medizin aufzuregen: Globuli (vom Kinderdok auch Glaubuli genannt) sind wirkungslose Zuckerkügelchen. Wer sich mal mit der Entstehungsgeschichte, der Herstellung und den Studien, die ihre Wirksamkeit nicht beweisen konnten, beschäftigt, findet dies schnell heraus. Und der Placeboeffekt ist kein ausreichender Verabreichungsgrund.

Es lebe die Wissenschaft!

Still unsolved after 47 years

Die Zeit 22/2018: “Die habe ich gesehen”. “Seit fünf Jahrzehnten ist die Identität einer geheimnisvollen Toten unbekannt. Doch jetzt gibt es eine neue Spur: Die Aussage eines norwegischen Fischers.” Von Tanja Stelzer.

Die Zeit 03/2018: Die Tote aus dem Isdal. “1970 wurde in Norwegen eine Frauenleiche gefunden: Verbrannt, entstellt, mit rätselhaftem Gepäck. Bis heute ist unklar, wer sie war. Eine Verrückte? Eine Agentin? Die Polizei ermittelt jetzt wieder. Neue Spuren weisen nach Deutschland.” Von Tanja Stelzer.

Der erwähnte Podcast findet sich hier – in englischer Sprache:

BBC: Death in Ice Valley. “An unidentified body. Who was she? Why hasn’t she been missed? A BBC World Service and NRK original podcast, investigating a mystery unsolved for almost half a century.”

It’s also available via iTunes, and you can listen to the first episode (with illustrations) here (31:50min).

See also The Independent: Death in Ice Valley: The new true crime podcast that’s the BBC’s answer to Serial. “It is hoped listeners will help solve the mysterious death of a Norwegian woman in 1970 outside Bergen, in this innovative podcast take on Nordic noir.”

More links in this MetaFilter thread: “Ich komme bald”. I especially recommend this article from the BBC:

BBC News: Isdal Woman: The mystery death haunting Norway for 46 years. By Helier Cheungm BBC News, Bergen. Published on 13 May 2017.