Category Archives: Useful

Gegenwind für Datenkrake

Das wurde ja mal Zeit! Obwohl ich meinen WhatsApp-Account gelöscht und die App vom Handy entfernt habe, verfolge ich weiter die Datenschutz-Frage von WhatsApp/Facebook.

Die Zeit: Datenschützer verbietet Facebook den Datenabgleich.
“Seit August gibt WhatsApp Kontakt- und Nutzungsdaten an Facebook weiter. Jetzt hat Hamburgs Datenschutzbehörde das untersagt. Facebook verweist zunächst nur auf EU-Recht.”

Der Grund, warum ich so vehement gegen die Praktiken von WhatsApp und Facebook bin, ist in dem Artikel erwähnt:

Nach Caspars Angaben sind nicht nur Nutzer von WhatsApp oder Facebook gefährdet. Hinzu kämen noch “viele Millionen Personen, deren Kontaktdaten aus den Adressbüchern der Nutzer zu WhatsApp hochgeladen wurden, ohne dass diese etwas mit Facebook oder WhatsApp zu tun haben müssen. Diese gigantische Menge von Daten hat Facebook zwar nach eigenem Bekunden noch nicht erhoben. Die Antwort von Facebook, dass dies lediglich zur Zeit noch nicht erfolgt sei, gibt jedoch Anlass zur Sorge, dass das Ausmaß des Datenverstoßes noch massivere Auswirkungen nach sich ziehen wird.””

Deutsche Welle: Datenschützer stoppt Facebook. “Für die großen Internetkonzerne und die sozialen Netzwerke sind die Daten ihrer Nutzer eine Goldgrube, zum Ärger der Datenschützer. Gegen Facebook holen sie jetzt den großen Hammer raus.”

“Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar hat Facebook verboten, Daten deutscher WhatsApp-Nutzer zu erheben und zu speichern. Dazu habe er eine Verwaltungsanordnung erlassen, teilte der für Facebook bundesweit zuständige Datenschützer der Hansestadt mit. Zudem müsse der US-Konzern alle bereits von dem Messaging-Dienst erhaltenen Daten löschen.”

Datenkrake

Ich denke ja seit neulich ziemlich viel über WhatsApp und Facebook nach und wie geschickt sich die Facebook-Gruppe in Sachen Datensammlung aus der Affäre zieht. Dazu die

Verbraucherzentrale: WhatsApp will Infos mit Facebook teilen.

“Ein Grund für die Weitergabe der Daten ist der, die Werbung bei Facebook noch zielgerichteter auf die Nutzer anzupassen. In einem Beitrag in seinen FAQ erklärt WhatsApp, dass Nutzer der Verwendung ihrer Daten für eben diese Werbezwecke widersprechen können. Gleichzeitig heißt es aber auch: “Die Facebook-Unternehmensgruppe wird diese Information trotzdem erhalten und für andere Zwecke …”

Besonders dreist kommt die Formulierung zum Sammeln der Daten aus dem Adressbuch in den Nutzungsbedingungen daher: “Du bestätigst, dass du autorisiert bist, uns solche Telefonnummern zur Verfügung zu stellen, damit wir unsere Dienste anbieten können.” Im Klartext: Der Nutzer trägt Sorge dafür, dass alle seine gespeicherten Kontakte damit einverstanden sind, dass ihre Daten an die WhatsApp-Server in den USA gesendet werden. Ist ein Kontakt damit nicht einverstanden, ist es das Problem des Nutzers.”

Natürlich ist es praktisch so gut wie unmöglich, alle seine Kontakte explizit zu fragen, ob sie einverstanden sind, wenn man ihre Daten an Facebook weitergibt. Umgekehrt hat man als Mensch, der noch nicht einmal selbst WhatsApp oder Facebook nutzt, nicht mal die Idee, dass andere Leute – womöglich unwissentlich – seine Daten an die Facebook-Gruppe weitergibt.

Wieso hat eigentlich noch niemand in Deutschland Facebook verklagt? Ist sowas wirklich zulässig? Oder müssen erst einige Privatpersonen andere Privatpersonen verklagen, dass sie unerlaubt Daten weitergegeben haben, bis dann alle auf eine andere App umsteigen?

Außerdem: Hat schon jemand herausgefunden, wie man bei Facebook/WhatsApp anfragen kann, welche Daten die über einen gespeichert haben? Da müsste es doch eine Möglichkeit geben… oder gibt’s das auch wieder nur in Deutschland?

Ich habe zwei andere Messenger, Threema (Schweiz) und Telegram (Deutschland), installiert und habe meine WhatsApp Kontakte gebeten, mich aus ihrem Adressbuch zu löschen, falls sie WhatsApp weiterhin benutzen. Leider kam darauf nicht in allen Fällen Verständnis dafür, dass ich auf den Schutz meiner Daten Wert lege.

Zum Schluss noch ein Zitat aus dem oben verlinkten Artikel:

“Dass gespeicherte Daten an andere Dienste gesendet werden, muss nach deutschem Datenschutzrecht vom Eigentümer der Daten explizit erlaubt werden. Weil Handynutzer selten eine schriftliche Erlaubnis all ihrer Kontakte zur Datenweitergabe an jeden einzelnen Dienst besitzen, sind alle Apps, die auf Kontakte zugreifen, kritisch zu betrachten ‒ erst recht, wenn die Dienstanbieter in den USA sitzen. Denn dort ist der Datenschutz längst nicht so streng wie in Deutschland.”

Datenkrake

A little while ago WhatsApp introduced end-to-end encryption for messaging, which was very welcome to people like me who are concerned about their privacy. A few days ago, though, they changed their terms of service and are now going to use data for ad targeting on Facebook. Ugh. Read more about it on

TechCrunch: WhatsApp to share user data with Facebook for ad targeting — here’s how to opt out.

However, you cannot opt out of all data sharing, just some. Time to look for an alternative!

I’ve already been using Threema (which costs 2,99€ for iPhone), but now a friend pointed me to Telegram, which is not only free and available for virtually all platforms (including desktop computers), it also is open source, uses encryption and is cloud-based, so you can access your messages from multiple devices.

I installed it immediately and plan to delete WhatsApp before having to agree to their new terms of service after telling as many as my contacts as possible about Telegram.

Chemistry in the Kitchen

Serious Eats: How to Make Rich, Flavorful Caramel Without Melting Sugar by Stella Parks.

“Melting is a phase change that has no impact on chemical composition, like the transition from ice to water. […]
Thermal decomposition, on the other hand, is a chemical reaction that breaks down molecular bonds to produce new substances. […]
In fact, caramel is so unlike sucrose, C12H22O11, that its nature can’t be expressed by a single chemical formula. Instead, it’s a mixture of caramelan (C15H18O9), caramelane (C12H9O9), caramelen (C36H48O24), caramelene (C36H25O25), caramelin (C24H26O13), and over a thousand other compounds ‘whose names,’ one scholar lamented in 1894, ‘science seems to have invented in a fit of despair.'”

(Finally there’s a reason to learn organic chemistry. ;-) )

Harold McGee (of “On Food and Cooking” fame): Caramelization: new science, new possibilities.

“How does heat turn sugar into caramel? Heat is a kind of energy that makes atoms and molecules move faster. […]
That’s what I’ve thought for many years, along with most cooks and confectioners and carbohydrate chemists: heat melts sugar, and then begins to break it apart and create the delicious mixture we call caramel.
And we’ve all been wrong.”

Link via MetaFilter.

I think I will need to try to use caramelized sugar in shortbread, which I love. By the way, the secret to shortbread with that great crumbly texture is to substitute one of the three parts of flour with rice flour:

Shortbread:

Ingredients:
375g flour: 250g wheat flour, 125g rice flour
250g butter
125g sugar
vanilla aroma
pinch of salt (flaky sea salt works best)

Mix everything into a dough, don’t knead too much. Spread onto a baking sheet (23cm x 30cm) lined with baking paper and mark rectangles, pierce each rectangle twice with a fork. Bake for 50 minutes at 150°C (300°F), then cut into rectangles while still hot. The shortbread should have a little bit of color, but not too much.

Recipe found at German cooking/baking weblog Chili & Ciabatta and translated to English. See also here.