How to Energiewende in 10 Jahren

Der Graslutscher:

  1. Wo soll denn die ganze Energie herkommen? (06.08.2021)
  2. Dann müssen wir ja alle Bäume für Windräder fällen (13.08.2021)
  3. Liegt Deutschland für Solarstrom nicht zu weit im Norden? (20.08.2021)
  4. Aber was machen wir, wenn nachts mal kein Wind weht? (27.08.2021)
  5. Wie wir unsere Energie für kalte, dunkle Winter speichern können (03.09.2021)
  6. Halten die Netze das aus, was ist mit den Rohstoffen und wie viel kostet das? (17.09.2021)

Die Artikelreihe ist mittlerweile ein halbes Jahr alt, dürfte aber immer noch aktuellen Fakten entsprechen. (Ein Artikel wurde bereits an den aktuellen Wirkungsgrad von Solarzellen angepasst.) Lesen und die Links allen um die Ohren hauen, die der Meinung sind, die Friday-for-Future-Jugend seien eh naive Spinner und Leute, die sich E-Autos kaufen, würden damit ihr Gewissen beruhigen und skalierbar sei die Idee sowieso nicht für die gesamte Bevölkerung.

Physik im Kino

Es ist schon ein Weilchen her, dass ich Interstellar gesehen habe, aber durch die Schule wurde ich jetzt daran erinnert und habe mich mit der Frage beschäftigt, wie realtistisch die darin dargestellte Physik ist. Viele gute Antworten darauf bieten die beiden folgenden Videos:

Doktor Whatson: Ist Interstellar wissenschaftlich korrekt? | Wissenschaftler reagieren auf Interstellar Teil 1 (YouTube, 30:25min)

Max Planck Society: Interstellar – Science-Fiction? | Schwarze Löcher, 5. Dimension | Wissen Was mit Doktor Whatson. (YouTube, 29:17min)

“In Interstellar (2014) von Christopher Nolan geht es um Wurmlöcher, Gravitationsanomalien, Schwarze Löcher und die 5. Dimension. Zusammen mit der Max-Planck-Gesellschaft haben wir uns gefragt, wie wissenschaftlich akkurat der Film wirklich ist und haben die Forschenden Dr. Silke Britzen und Dr. Frank Ohme eingeladen, sich den Film zusammen mit Cedric Engels anzuschauen.”

“YouTuber @Doktor Whatson spricht mit Dr. Silke Britzen (Max-Planck-Institut für Radioastronomie) und Dr. Frank Ohme (Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik) darüber, wie realistisch die Handlung und einzelne Szenen im Film dargestellt werden.”

Zusammen dauern die Vidoes eine Stunde, aber das ist immer noch deutlich kürzer als der Film Interstellar selbst, der stolze 169 Minuten lang ist. Teile davon kann man sicher im Oberstufenunterricht einsetzen oder Schüler*innen empfehlen.

Reflections on January 6,2021

The New York Times: Day of Rage: How Trump Supporters Took the U.S. Capitol | Visual Investigations. (YouTube, 40:32min)

“The Jan. 6 attack on the U.S. Capitol was perhaps the most widely documented act of political violence in history. The New York Times obtained, analyzed and mapped out thousands of cellphone videos, police bodycam recordings and internal police audio to provide the most complete picture to date of what happened — and why. Our Oscar-shortlisted documentary “Day of Rage” charts in chilling detail how the peaceful transition of power was disrupted by rioters who stormed a seemingly impenetrable seat of government.

The team behind “Day of Rage” will release scenes and other reporting that were left on the cutting room floor on the film’s Twitter account, @dayofrage.”

Link via MetaFilter.

Pandemie, Schule, Gesellschaft

Markus Pössel auf Spektrum sci.logs “Relativ einfach”: Corona-Pandemie und Schule: Das BMBF meldet sich zu Wort.

“Insgesamt finde ich damit die Äußerungen, die via Social-Media-Team aus dem BMBF kamen, durchaus irritierend. Erst eine klare, politisch relevante Ansage, die als wissenschaftlich untermauert präsentiert wird: “Studien zeigen, dass Schulen für sich keinen übermäßigen Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben.” Dann, auch das ist noch löblich, transparent und Reaktion auf Nachfragen, nämlich die drei Tweets mit den drei Studien, auf die man sich bezog, und für jede Studie – auch das gute Praxis – direkt ein Link zum Anklicken. So geht Transparenz. Aber was die Transparenz dann zeigt, wenn man doch einmal nachschaut, sieht eben weniger gut aus. Hinter den Links stecken Studien, die jeweils Teilaspekte im Zusammenhang von Kindern/Jugendlichen beleuchten, aber keine Ergebnisse präsentieren, die die BMBF-Behauptung stützen würden. [Hervorhebung durch mich.]

Martinoli et al. beschäftigen sich nur mit Übertragung innerhalb von Schulen; das erlaubt keine Einordnung im breiteren Infektionsgeschehen. Viner et al. präsentieren SAR, Secondary Attack Rates; wenn man die jeweilige Gruppengröße mit einbezieht um von der SAR auf R-Werte zu bekommen, dann ist das Ergebnis aber im Gegenteil: Schulen tragen in jener Hinsicht mehr zum Infektionsgeschehen bei als Haushalte. Bei Irfan et al. dagegen steht das relative Risiko von Jugendlichen und Erwachsenen im Vordergrund. Und das ist zumindest deren Rechnung nach in Grund- und weiterführenden Schulen für Jugendliche/Kinder gleich hoch wie für Erwachsene, eventuell sogar höher. Aber auch das natürlich nur ein innerschulischer Wert, ohne direkten Rückschluss auf die Rolle von Schulen im allgemeinen Infektionsgeschehen.
[…]
Die Schwächen der verlinkten Metastudien, die sich alleine schon ergeben, wenn man stichprobenartig einige der zugrundeliegenden Fachartikel anschaut und vergleicht, wie deren Zahlen verwendet werden – Jugendliche die als Erwachsene gebucht werden, ein SAR das sich offenbar gar nicht auf Haushalte bezieht – fand ich, wiederum als epidemiologischer Laie, einigermaßen erschreckend.”

In den Kommentaren zu diesem Artikel wird ein Artikel vom 28. April 2021 verlinkt, der traurigerweise vermutlich immer noch aktuell ist:

Jan-Martin Wiarda: Die Datenerhebungskatastrophe. “Das Pandemiemanagement der Bundesrepublik baut auf einem Corona-Monitoring auf, das diese Bezeichnung nicht verdient. Die Politik weiß bis heute kaum, was genau sie mit ihren Lockdown-Maßnahmen bewirkt und wer sich warum infiziert. Wie konnte das passieren? Eine Spurensuche.” (Wer Jan-Martin Wiarda ist.)