Ohnmacht, Wut und Trauer

Die nächste Phase der Pandemie: Nach der Ohnmacht und der Wut – die Trauer. Von Kai Kupferschmidt.

“Die Menschen, die Verwandte, Freunde, Geliebte verloren haben. Drei Millionen Menschen sind weltweit gestorben. Drei. Millionen. Menschen. Wie begreift man diese Dimension?

Die Menschen, die eine schreckliche Krankheit überstanden haben und mit den Folgen kämpfen, mit Schmerzen, Atemproblemen etwa und auch mit Ängsten, mit survivors guilt: Warum habe ich überlebt? Warum sind andere gestorben?

Die Ärztinnen und Pfleger in den Krankenhäusern, wo die Infektionswellen in Form von schwerkranken Menschen anbrandeten. Die zugesehen haben, wie Menschen sterben, sterben, sterben. Die verzweifelt versucht haben, die Deiche zu erhöhen, während anderswo entschieden wurde, die Fluttore aufzumachen.

Manche Menschen haben ihren Job, ihr Unternehmen verloren. Aber auch der Rest von uns hat natürlich in dieser Pandemie Dinge verloren, und wenn es ist, dass wir ein Jahr lang gute Freunde nicht gesehen haben oder keine neuen kenngelernt haben, dass die Großeltern ihre Enkel nicht umarmt haben, dass man in Maske durch den Supermarkt gehuscht ist und die Luft angehalten hat, wenn jemand zu nah an einem vorbeiging.”

“… in dem Moment, wo die Bevölkerung merkt, dass die Situation in Krankenhäusern nicht beherrschbar ist”

SWR Doku: Das Intensivteam – Im Kampf gegen die 3. Welle. (YouTube, 45min)

“Ärzt*innen und Pflegende vollbringen derzeit auf deutschen Intensivstationen wahre Höchstleistungen. Seit über einem Jahr kämpfen sie nun um das Leben schwerstkranker Covid-Patient*innen. Jetzt hat die 3. Welle die Krankenhäuser erreicht, es werden vermehrt jüngere Corona-Infizierte eingeliefert. Viele befürchten eine Überlastung der Intensivstationen. Die bewegende Dokumentation zeigt das Intensivteam der Uniklinik Freiburg im Kampf gegen das Virus.

Katharina Dölle (26) ist Intensivpflegerin an der Uniklinik Freiburg. Die langwierige Pflege von Patientinnen und Patienten ist sie gewöhnt – aber dass die ganze Station über viele Monate fast ausschließlich mit Schwerstkranken belegt ist, ist eine außergewöhnlich Belastung für das ganze Team. Einer ihrer Patienten ist Günter. Der 49-Jährige Fußballtrainer wird Ende des Jahres per Helikopter im „Schneewittchensarg“ auf die Intensivstation geliefert. Er hat eine schweren Corona-Infektion, muss künstlich beatmet werden. Über viele Wochen kämpfen Katharina und das Intensivteam um sein Überleben. Zunächst verbessert sich Günters Zustand, doch dann gibt es einen plötzlichen Rückfall, Günter muss erneut an die künstliche Lunge angeschlossen werden. Wird es dem Team gelingen, sein Leben zu retten?
Trotz größter Bemühungen gewinnt sie nicht immer den Kampf um Leben und Tod. Für die Intensivmedizinerin Viviane Zotzmann und ihr Team gehört Sterben auf der Intensivstation zum Berufsalltag. Insbesondere wenn es jüngere Patienten trifft, kann das eine große Belastung für die Ärzt*innen und Pflegenden sein. Gemeinsam mit ihren Patient*innen und deren Angehörigen durchlebt das Intensivteam Höhen und Tiefen, Hoffnung, Freude, aber auch Trauer und Schmerz. Wie gehen sie mit dem Tod um? Und wie gelingt es ihnen, Angehörigen Trost zu spenden?
Autor Patrick Hünerfeld, Arzt und Filmemacher, hat seit Beginn der Corona-Pandemie das Intensiv-Team der Uniklinik Freiburg begleitet und ihren täglichen Kampf um Leben und Tod dokumentiert.”

Mir haben sich besonders diese Sätze der Intensivpflegerin Katharine Dölle eingebrannt: “Es war im Frühjahr [2020] so, dass eigentlich eine sehr große Solidarität geherrscht hat in Deutschland, und alle motiviert waren, dass wir das packen, und jetzt ist halt der Unmut in der Bevölkerung immer größer. Und das, finde ich, ist zusätzlich noch eine wahnsinnig hohe Belastung. Das fühlt sich manchmal so an, ich hab’s schon öfter gesagt: Die könnten auch mal kurz hierherkommen und uns ne Backpfeife geben. Das ist im Prinzip das gleich wie das, was manche jetzt durch ihr Handeln provozieren: dass die Zahlen jetzt wieder steigen. Es gibt immer mehr Demos, und das, finde ich, ist auch noch ein Aspekt außerhalb der Klinik, der emotional ziemlich zusetzt.”

Der vorige Teil der Doku ist hier zu finden (siehe auch hier).

Rassismus in Deutschland

WDR Doku: Rassismus in Deutschland. (YouTube, 29min)

“In der Diskussion um Rassismus kommen Betroffene häufig nur am Rande vor. Hier kommen sie zur Wort und schildern, wie sehr sie jeden Tag mit Rassismus konfrontiert werden und welche persönlichen und gesellschaftlichen Schlüsse sie daraus ziehen.

Das WDR Fernsehen widmete sich am 18. März 2021 einen Abend lang dem Thema Rassismus in Deutschland. Nach der berechtigten Kritik an der Sendung “Die letzte Instanz” ging es unter dem Titel “Warum hat Rassismus mit uns allen zu tun?” in einer Diskussionsrunde und einer Reportage um Fragen wie: Bilden Medien die Gesellschaft in ihrer ganzen Vielfalt ab oder verharren sie zu oft in der Abbildung von Klischees? Wo verursacht rassistische Diskriminierung Chancenungleichheit, und wie kann das verhindert werden? Wie lassen sich die Ursachen von strukturellem und verdecktem Rassismus erkennen und bekämpfen? Die Reportage “Rassismus in Deutschland” wurde im Rahmen dieses Themenabends gezeigt. “

Weitere Links zum Rest des Themenabends und weiteren Dokumentationen in der Videobeschreibung.

mRNA-Technologie aus der Krebsforschung für einen Impfstoff gegen das Virus

Der Bundespräsident: Gespräch mit Özlem Türeci und Uğur Şahin in der Reihe #miteinander. (Video, 45min)

“Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am 24. März ein Gespräch mit den Impfstoff-Entwicklern Özlem Türeci und Uğur Şahin auf seinen Social Media Kanälen veröffentlicht. Im Anschluss an die Verleihung des Großen Verdienstkreuzes mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an die beiden Biontech-Gründer sprach er mit ihnen über ihre Erfahrungen in der Forschung und ihre Arbeit als Wissenschaftler und Unternehmer.”