Author Archives: Andrea

Endlich zurückgetreten

Über den Fall zu Guttenberg ist ja überall hinlänglich geschrieben worden. Mich hat seine Dreistigkeit wütend gemacht, denn wie viele Lehrer versuche ich meinen Schülern beizubringen, dass und warum man Quellen korrekt zitieren muss. Wenn grobe Verstöße eines Politikers bekannt werden, aber nicht einmal zum Verlust seiner politischen Ämter führen, wozu machen wir Lehrer uns dann noch die Mühe?

Volker Pispers hat es meiner Ansicht nach vor einigen Tagen auf den Punkt gebracht:

“Entweder: Er hat wirklich nicht gewußt, was in der Arbeit drin steht, weil er sie gar nicht selbst geschrieben hat. Dann ist er ein verdammter Lügner. Oder: Unsere adelige Pomadenmischung hat genau gewußt, was sie da ihrem Doktorvater untergejubelt hat. Dann isser ein verdammter Lügner und akademischer Betrüger. Oder: Er hat wirklich erst am letzten Wochenende beim Durchlesen gemerkt, dass er auf 270 Seiten von anderen Leuten abgeschrieben hat, ohne es vorher zu merken. Dann ist der Mann zu blöd für irgendetwas, meine Damen und Herren.”

Quelle: Volker Pispers & Gäste: Über den Betrüger von und zu Guttenberg

Heute morgen beim Frühstück habe ich die aktuelle Zeit gelesen. Gleich auf Seite 1 beantwortet Giovanni di Lorenzo die Frage “Reicht es, wenn Karl-Theodor zu Guttenberg auf seinen akademischen Titel verzichtet?” mit “Sein Amt soll er behalten. Und sich darin künftig allein an seiner Leistung messen lassen.” Er führt ernsthaft als Argument an, dass in der “guten alten Bundesrepublik” die Politiker viel mehr Dreck am Stecken gehabt hätten und dafür auch nicht zurücktreten mussten. Dazu fällt mir einfach gar nichts mehr ein.

Immerhin spricht in derselben Ausgabe Martin Spiewak eine deutlichere Sprache, zumindest was zu Guttenbergs lapidaren Umgang mit seinen Verfehlungen in der Dissertation angeht: “Eine Frage der Ehre – Die Hochschulen müssen aus dem Fall zu Guttenberg Lehren ziehen. Zehn Thesen zum richtigen Umgang mit schlechten oder gefälschten Arbeiten.”

Als heute vormittag dann endlich die Nachricht von seinem Rücktritt die Runde in der Schule machte, fühlten sicherlich viele so wie ich Genugtuung, dass zu Guttenberg jetzt doch die Konsequenzen seines Handelns tragen muss. Für meinen Geschmack fällt die Begründung seines Rücktritts allerdings recht dürftig aus. Den genauen Wortlaut kann man hier nachlesen.

A table runner for my grandma

I just realized I never posted photos of the table runner I made for my grandma last Christmas. Loyal readers will remember that she was the one who gave me her old sewing machine and thus inspired me to start sewing. I had sewn a small wall decoration for her the year before, but thought it was high time I made her something on her old sewing machine as a thank you for giving it to me. (As usual, click on the images for bigger versions.)

I decided on a table runner made from Christmas fabrics that would hopefully fit on her couch table. On Youtube I found a tutorial for creating blocks by sewing stripes of fabric into a tube and then cutting diagonally and decided to try it out. The tube was a fun and fast way to create these versatile blocks, and the whole table runner came together in one afternoon and evening.

Then the basted table runner spent some time in the living room while I waited for inspiration on how to quilt it. I’m only really good at straight line quilting, and after looking at the squares for a week it dawned on my that I could easily create stars by quilting the squares in straight lines.

The stars are not very apparent on the front, but can clearly be seen on the plain back of the table runner.

Instead of sewing the binding onto the back by hand I decided to sew the binding on by machine on both sides, which worked out just fine. It looks neat enough on the front side, but is a little uneven on the back, but who cares? My grandma liked it!

Letzte Woche in der Zeit

Ausgabe 08/2011

Hartz-IV-Kläger: Traurige Sieger. “Was aus den Familien wurde, die Hartz IV vor das Bundesverfassungsgericht brachten.” Von Kolja Rudzio.

Medikamentenskandal in Frankreich: Schaden an der Klappe. “Ein Arzneimittelskandal erschreckt die Franzosen – und stärkt die Zweifel an der Zulassungspraxis in Europa.” Von Karen Dente.

Werbepsychologie: Unverwechselbar. “Eine gute Marke erkennt man schon von Weitem. Viele Produkte sind zu regelrechten Ikonen geworden – und es gibt sie oft schon länger, als man denkt. Erkennen Sie diese 51 Packungen?” Von Andreas Sentker.

Logopädie: Stimme ist Macht. “Katrin Neumann kämpft für Menschen, die sich schlecht verständigen können. Für gehörlose Kinder, Schluckgestörte und Stotternde.” Von Harro Albrecht.

Cloud Computing: Ab in die Wolken. “Keine Festplatte, nirgends: Wenn Programme und Daten vom lokalen Rechner auf ferne Server wandern, spricht man von Cloud Computing. Wie zuverlässig funktioniert die ‘Rechnerwolke’?” Von Dirk Asendorpf.

Datensicherheit: Spionage inklusive. “Für kostenlose Cloud-Angebote zahlen die Nutzer mit ihren Daten.” Von Dirk Asendorpf.

Powerpoint-Präsentationen: Das Zitat… und Ihr Gewinn. “»Man läuft Gefahr, zu verlieren, wenn man zu viel gewinnen möchte.« Jean de La Fontaine.” Von Martin Wehrle.

Berufsmusiker: Das Vorspiel. “In Berlin treten junge Kontrabassisten aus der ganzen Welt gegeneinander an: Ein Wochenende lang spielen sie um die einzige freie Stelle des Konzerthausorchesters – und um ihre Zukunft.” Von Carolin Pirich.

Hochschulwettbewerb: Tabubruch. “Die Idee einer Bundesuniversität verdient eine Chance.” Von Martin Spiewak.

Diese Woche in der Zeit

Ausgabe 07/2011

Familienpolitik: Mit der großen Gießkanne. “Ob Oberschicht oder Unterklasse, alleinerziehend oder zu zweit, mit Job oder ohne Job: Der deutsche Sozialstaat hilft fast jeder Familie – und damit keiner richtig.” Von Elisabeth Niejahr.

Familienbild: Zwischen Liebe und Propaganda. “Politik und Medien bestimmen das Bild von der Familie mehr als Eltern und Kinder selbst – oft aus Eigeninteresse.” Von Jens Jessen.

Familienbudget: Jeden Monat Kassensturz. “Ein Unternehmensberater untersucht den Tageslauf der Frankfurter Familie Heckmanns/Neus. Ergebnis: Sie entscheidet ökonomisch richtig.” Von Anna von Münchhausen.

Neuropsychologie: Lernen, mit dem Leiden umzugehen. “Bei chronischen Schmerzen spielt auch die Psyche eine Rolle. Ein Gespräch mit dem Neuropsychologen Stefan Schmidt über den Nutzen eines Achtsamkeitstrainings.” Von Ulrich Schnabel.

Schmerzmittel: Schmerz, lass nach. “Die Deutschen schlucken massenhaft Schmerzmittel. Schon bei normaler Dosierung können Tabletten gefährlich sein.” Von Harro Albrecht.

Medizin: Schnecken, Zauber, Aderlass. “Die Historie des Schmerzes kennt viele Mittelchen und eine zentrale Frage: Wie hängen Körper und Geist zusammen?” Von Harro Albrecht.

Schulzeitverkürzung: Jeder kommt durch. “Bayerns letzter G9-Jahrgang soll das Abi möglichst geschlossen bestehen. Die Schwachen werden mit allen Mitteln gefördert.” Von Angelika Dietrich.

Earthquake!

Today at 1:43 pm an earthquake happened in the middle of one of my physics lessons. The students didn’t quite know what to make of the shaking and vibration they felt and asked me what had just happened. I said I thought it felt like an earthquake. I was able to look it up during the break between the 7th and 8th period. It turned out to be the biggest earthquake in the area for two and a half years: 4.4 on the Richter scale. The epicentre was about 15 km from my school.

Everyone talked about the earthquake for the rest of the day. One of my colleagues said it was the first earthquake he’d ever experienced, which quite surprised me because I have only been living here for the past 14 years and have felt at least three quakes I’ve posted about plus one I mentioned and another I clearly remember because someone told me they had dreamed the books in their shelf had danced – only to learn that it had not been a dream.

Two stories about missed earthquakes: I spent five weeks at a highschool in Hesperia, CA in 1992 and had wondered about earthquakes before going. Of course, there was an earthquake in Hesperia during those five weeks – it happened in the few days we spent in San Francisco, so we didn’t feel it. And on the day after we returned to Hesperia, there was one in San Francisco.

Earthquakes are rare occurences in Northern Germany, so I never experienced one while growing up. One of the very few quakes there occured on October 20, 2004 only about 10 km from my parents’ house. Of course, they happened to be visiting us on that day, so they missed it as well…