Category Archives: Health

“Ein unübersichtlicher Chemikaliencocktail”

Deutsche Welle: E-Zigaretten verursachen Herzinfarkte und Depressionen. “Eine US-Studie zeigt, dass E-Zigaretten gefährlicher sind, als viele glauben: Raucher riskieren Herzkrankheiten und Depression. Allerdings sind die herkömmlichen Zigaretten noch viel gefährlicher.”

“”Ich möchte nicht, dass irgendeiner meiner Patienten oder Familienmitglieder E-Zigaretten ‘dampft'” sagte [Medizinprofessor Mohinder] Vindyhal. “Wir haben herausgefunden, dass es keine Rolle spielt, wie oft jemand E-Zigaretten konsumiert. Selbst wenn es nur an einigen Tagen [in der Woche] geschieht, steigt trotzdem die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes oder einer koronaren Herzkrankheit an.”

Seine Studie widerlegt die weitverbreitete Auffassung, dass E-Zigaretten deutlich ungefährlicher sind als normale Zigaretten, weil in ihnen keine Rauchgase entstehen und damit weniger Gifte aus dem Verbrennungsprozess in die Lunge gelangen.”

“Alles begann mit einem Witz”

Deutsche Welle: Wann wird die Zeitumstellung in der EU endlich abgeschafft? “Der EU-Verkehrsausschuss stimmt am Montag (04.03.) über ein mögliches Ende der Zeitumstellung ab, über die seit 200 Jahren gestritten wird. Benjamin Franklin hatte sie 1784 vorgeschlagen – allerdings nur zum Spaß!”

“Zwar stimmt der Verkehrsausschuss im Europaparlament am Montag, 4. März 2019, über ein mögliches Ende der Zeitumstellung ab, aber damit beginnt erst der langwierige Abstimmungsprozess in der EU.

Nach den Ausschüssen berät das Plenum, und nur wenn am Ende alle EU-Mitgliedsstaaten zustimmen, kann die Zeitumstellung in der EU abgeschafft werden. Aber das kann dauern. Als Datum für die letztmalige Zeitumstellung ist das Jahr 2021 im Gespräch. Ein großes Problem ist die bislang fehlende Abstimmung zwischen den Mitgliedstaaten. Gemäß dem Vorschlag der EU-Kommission würde jedes Land für sich entscheiden, in welcher Zeitzone es dauerhaft bleibt.”

Früherkennung: Brustkrebs-Bluttest

Deutsche Welle: Brustkrebs: Deutsche Forscher stellen Bluttest zur Früherkennung vor. “Eine einfache Blutprobe könnte Ärzten schon bald helfen, Brustkrebs frühzeitig zu erkennen – im Rahmen einer regelmäßigen Routineuntersuchung. Der Test soll fast so präzise sein wie eine Mammographie.”

Klingt nach einer interessanten neuen Methode zur Krebs-Früherkennung. Der Artikel hat aber leider einige Schwachstellen: Es wird zwar die Sensitivität des Tests mit ca. 75% angegeben, die Spezifität fehlt jedoch. Außerdem ist nicht angegeben, was mit “fast so präzise wie eine Mammographie” gemeit ist – mehr dazu unten.

Ärgerlich ist auch dieser Abschnitt:

“Der Bluttest kann möglicherweise auch Tumore ausfindig machen, die bei einer Mammographie nicht erkannt werden, weil das Brustdrüsengewebe zu dicht ist. Darüber hinaus kommt es für Patientinnen in Frage, die aus anderen medizinischen Gründen keine Mammographie über sich ergehen lassen dürfen.

Dabei wird die Brust nämlich unter Umständen stark gequetscht. Ein MRT wiederum hat den Nachteil, dass es mit einer recht hohen Röntgen-Strahlenbelastung einhergeht.”

Da hat offenbar jemand die Magnetresonanztomographie (MRT, auch Kernspintomographie genannt) mit der Computertomographie verwechselt. Erstere arbeitet nämlich mit für den Körper ungefährlichen Magnetfeldern (das einzige Risiko geht von eventuell verwendeten Kontrastmitteln aus), während letzere eine Art aufwändige Röntgenaufnahme ist, deren Strahlenbelastung in der Tat deutlich höher als bei einer einfachen Röntgenaufnahme ist. Eine Mammographie ist eine Röntgenaufnahme. MRT-Aufnahmen können zwar auch zur Brustkrebs-Erkennung eingesetzt werden, sind aber teuer.

Nebenbei gesagt gibt es Studien, welche die Nützlichkeit von Brustkrebs-Screenings stark in Zweifel ziehen:

Die Zeit: Kann dieser Tropfen vor Krebs retten? “Die nächste Regierung muss das Mammografie-Screening für Brustkrebs stoppen. Es ist gescheitert, doch neue Bluttests machen Hoffnung.” Von Ulrich Bahnsen. (Zeit vom 10.01.2018)

” Eine Senkung der Sterblichkeit durch Mammografie sei dagegen nicht erkennbar, schrieben die Forscher um Philippe Autier im British Medical Journal. Wenn es sie überhaupt gebe, liege sie sicher unter fünf Prozent. Stattdessen habe die Röntgendiagnostik teilnehmenden Frauen Schaden zugefügt: Rund 30 Prozent seien zum Opfer von Überdiagnostik und Übertherapie geworden – ein ähnlicher Befund war bereits früher nach diversen Untersuchungen erhoben worden.

Diese Frauen waren nach der Mammografie gegen Tumoren behandelt worden, die zu den langsam wachsenden und nicht streuenden Typen gehörten. Sie hätten ihnen nie im Leben Beschwerden verursacht. Trotzdem wurden die Betroffenen unnötigerweise therapiert – der Grund dafür ist, dass auf der Basis einer Röntgenaufnahme kaum einzuschätzen ist, ob ein Tumor ungefährlich ist oder aggressiv behandelt werden muss. Die früh streuenden und dann oft tödlichen Tumortypen dagegen fallen in der Mammografie allzu oft nicht auf.

Diese Unschärfe der Diagnostik hat im Einzelfall drastische Folgen: unnötige Entnahmen von Gewebe, überflüssige Operationen, unnötig belastende Chemo- oder Strahlentherapien. Polemisch überspitzt: Oft wird nach Mammografie nicht das behandelt, was Patientinnen wirklich gefährdet, sondern was Röntgenbilder zeigen.”

“They’re in cover-up mode, I’ve been cut off from any kind of information.”

AZ Central: Grand Canyon tourists exposed for years to radiation in museum building, safety manager says.

“For nearly two decades at the Grand Canyon, tourists, employees, and children on tours passed by three paint buckets stored in the National Park’s museum collection building, unaware that they were being exposed to radiation.

Although federal officials learned last year that the 5-gallon containers were brimming with uranium ore, then removed the radioactive specimens, the park’s safety director alleges nothing was done to warn park workers or the public that they might have been exposed to unsafe levels of radiation.

In a rogue email sent to all Park Service employees on Feb. 4, Elston “Swede” Stephenson — the safety, health and wellness manager — described the alleged cover-up as “a top management failure” and warned of possible health consequences.
[…]
In his letter to colleagues, Stephenson apologized for the untimely notice. He stressed that exposure may not be severe depending on how close individuals got to the source, how long they were exposed, what they were wearing, and other factors. He also emphasized that employees will not necessarily suffer health consequences, but should consider receiving a medical screening.

“Of particular concern are 1000s of children attending ‘shows’ in very close proximity to the uranium,” he wrote. Those presentations lasted a half hour or more, he said, yet radiation dosages could have exceeded federal safety standards within seconds.

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The Heroes of the Thai Cave Rescue

Maclean’s: Into the dark – The inside story of an improbable team of divers, a near-impossible plan and the rescue of 12 boys from a Thai cave.

“We were foreigners and we weren’t going somewhere foreigners often go, so when I saw the blond man across the Bangkok airport shuttle bus on our way to the remote mountains of Chiang Rai, a one-hour flight away, I asked whether he was about to do the one thing or the other: “Are you rescuing the boys or covering the rescue?”

“Well, we’re hoping we can help rescue them,” he said. He didn’t seem hopeful. He seemed grim. We stepped off the bus onto the hot tarmac and walked toward the plane.

“You never know,” I said. “It could happen.” Save 12 children and their soccer coach who got stranded three kilometres inside a flooded cave in northern Thailand at the start of the rainy season with no known food, water or swimming skills: It could never happen.

He nodded. “You never know.””

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