Mathematics, the universe and everything

Deutsche Version

From some comments and suggestions on math and education I gather that some people think I have a somewhat negative attitude towards mathematics, so I’ll try to explain my opinion.

I really like math (and physics, my other subject) a lot. I liked it in school, and I like studying it at the uni.

Kris regrettet that I have not met a charismatic person who thought math to be the queen of sciences. This is not quite true. I didn’t encounter a professor at the uni who had this feeling (or who could show this feeling to us students), but in school I had a very good math teacher from eleventh through 13th grade. (Yes, in Germany we have 13 years of school – but only for students who want to continue studying at a university.)

He had studied math as a sciences, not in order to become a teacher, but he did a very good job! He was very enthusiastic about math and managed to pass this on to us students. I think he was able to get some things across better than other teachers because his own attitude towards math was different from other teachers. Since he had studied math for itself, not as one subject among others (as teachers-to-be do in Germany), he probably had a deeper insight than other teachers. At least, that was my impression.

So I really love math and think it is a very important (if not the most important ) subject at school. Otherwise I would not have chosen to become a math teacher.

In fact, I started studying only physics in order to be a physicist, but after two and a half years I found I was not so enthusiastic about that any more. So I thought the whole thing over and decided to become a teacher instead. And there was no doubt about the second subject I had to choose for that: mathematics!

This semester, I took a course about the relationship between religion an education in school. Most of the time, we studied texts of philosophers I couldn’t agree with. I was disappointed in the course because I had expected something more practical.

Anyway, I have to write an essay on a related subject in order to get my “Schein” (the paper which says I have successfully participated in the course). I went to the professor to talk about the subject of my essay, and when he heard I studied math, he suggested that I think about the reason why math is part of our education. That’s fine with me, and it seems to be a lot more useful for my future job than any other subject from the course could have been.

I know a lot of good reasons: Math is useful in everyday life. It is used in physics, computer science etc.. Math helps you to learn logic, reasoning, rational thinking, and last but not least it’s very interesting!

(I have difficulties in expressing myself in English (lack of practice and vocabulary), but I strongly agree with what Dave and others said.)

Unfortunately, what my professor wants is some ultimate reason beyond all that, something like “Since God created the universe to be infinite, you have to learn math in order to get an impression of what infinity really means.” (I admit, this is not a good example.) Otherwise, there would be no justification for math being taught at school.

The big question is: Will I find a reason like that, or will the “worldly reasons” have to suffice? For me, they do…


Mathematik, das Universum und der ganze Rest

Aus einigen Kommentaren bezüglich der Vorbereitungen zu meiner Hausarbeit wird ersichtlich, daß der Eindruck entstanden ist, ich hätte keine hohe Meinung von der Mathematik. Ich werde versuchen, meine Einstellung hier deutlich zu machen.

Ich mag die Mathematik (und die Physik, mein anderes Fach) sehr. Beides machte mir schon in der Schule viel Spaß – es waren auch meine Leistungskurse -, und auch in der Uni studiere ich beides sehr gern.

Kris bedauerte, daß ich offenbar keinem charismatischen Professor begegnet bin, der Mathematik für die Königin der Wissenschaft hält. Das stimmt aber so nicht ganz. Ich habe zwar an der Uni keinen Prof kennengelernt, der diese Einstellung vermittelt hat, aber in der Schule hatte ich einen sehr guten Mathelehrer in der Oberstufe.

Er war Diplom-Mathematiker, kein “gelernter” Lehrer, aber seinen Job hat er sehr gut gemacht! Er war sehr enthusiastisch und konnte auch seine Begeisterung für die Mathematik an uns Schüler – zumindest an mich – ‘rüberbringen. Ich denke, er konnte einiges sogar noch besser als andere Mathelehrer klarmachen, da er die Mathematik um ihrer selbst willen studiert hat, nicht als eins von mehreren Fächern wie andere Lehrer. Vielleicht hatte er daher auch ein tieferes Verständnis von einigen Dingen; zumindest war das mein Eindruck. (Es läßt sich nicht abstreiten, daß man als Lehrer ein Fach nicht so intensiv studieren kann wie mit dem Ziel, in einem Fach Diplom zu machen.)

Ich bin also ein großer Fan von Mathematik und halte es auch für ein sehr wichtiges Unterrichtsfach (wenn nicht sogar das wichtigste ). Sonst würde ich wohl kein Mathelehrer werden.

Tatsächlich habe ich in den ersten fünf Semestern nur Physik studiert, mit dem Ziel, in dem Fach ein Diplom zu machen. Danach war ich aber davon überzeugt, daß das nicht das Richtige für mich ist… Ich habe also nochmal darüber nachgedacht und mich entschlossen, Lehrer zu werden. Keine Frage, was mein zweites Fach sein würde: Mathematik!

Dieses Semester habe ich im erziehungswissenschaftlichen Begleitstudium ein Seminar namens Religion und Schulbildung belegt. (Es gab nicht viel Auswahl, leider.) Die meiste Zeit wurde über Texte von verschiedenen Philosophen und Pädagogen diskutiert, mit denen ich nicht sehr viel anfangen konnte. (Einigen konnte ich auch überhaupt nicht zustimmen.) Im Großen und Ganzen war ich eher enttäuscht von dem Seminar, daß ich mir etwas weniger abgehoben, näher an der Praxis vorgestellt hatte. Dies sagte immerhin auch der Prof selbst, der wohl nicht damit gerechnet hat, in seinem Seminar mehr Philosophie- als Lehramtsstudenten sitzen zu haben!

Wie auch immer, für meinen Schein muß ich natürlich jetzt eine Hausarbeit schreiben. Ich ging also in die Sprechstunde, um das Thema mit dem Prof zu besprechen. Als er hörte, daß ich Mathe studiere, schlug er vor, daß ich mir Gedanken über die Gründe machen könnte, warum Mathematik zur Bildung gehört. Das Thema sagte mir natürlich viel mehr zu als alles, was direkt im Seminar besprochen worden war, und es erscheint mir auch viel nützlicher für meinen späteren Beruf. (Schließlich fragt sich wohl jeder Schüler mal, wozu er den ganzen Mist lernen muß… )

Mir fallen da viele gute Gründe ein: Mathe ist im täglichen Leben nützlich. Man braucht Mathe für Physik, Informatik und andere Fächer. Mathe schult das logische Denken, und zu guter Letzt ist es natürlich auch ein sehr interessantes Fach!

Dummerweise hätte der Prof jetzt gerne eine darüber noch hinausgehende, weltliche oder sogar außerweltliche (sein O-Ton) Begründung, etwas in der Richtung “Weil Gott das Universum unendlich groß gemacht hat, sollte man Mathe in der Schule haben, um eine Idee davon zu bekommen, was unendlich überhaupt heißt.” (Sehr flapsiges Beispiel.) Sollte es eine derartige Begründung nicht geben, hat nach Meinung des Profs das Unterrichtsfach Mathematik keine Daseinsberechtigung.

Die große Frage lautet jetzt: Werde ich einen solchen Grund finden, oder genügen die “weltlichen” Gründe?